Exkursion

18.07.2022 – 24.07.2022

Schlesien 2022

Gemeinsame Exkursion des Historischen Vereins für Niedersachsen und der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte vom 18. bis 24. Juli 2022

Bericht

Nach der letzten gemeinsamen Exkursion „Entlang der Oder auf deutscher und polnischer Seite“ im Sommer 2018 sollte es im Sommer 2020 eine Fortsetzung geben. Die Corona-Pandemie hat das jedoch zunächst verhindert, sodass die Reise erst im Sommer 2022 stattfinden konnte.

Zwar war Corona noch nicht ganz überwunden, aber die allgemeine epidemische Lage ließ eine Reise dennoch zu. Allerdings kam seit dem Februar 2022 die Kriegslage in der Ukraine hinzu. Die politische Lage war angespannt. Diese äußeren Bedingungen reduzierten – ebenso bedauerlich wie verständlich – die Zahl der Anmeldungen zur gemeinsamen Exkursion.

Am Montag, 18. Juli 2022, startete die Reisegruppe um 8 Uhr am ZOB in Hannover mit insgesamt 25 Personen unter Leitung von Dr. Sabine Graf vom Historischen Verein und Dr. Thomas Kück von der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte. Die Fahrt führte über Görlitz mit dem Sitz des Reiseanbieters „Senfkorn Reisen“ nach Oppeln/Opole an der Oder. Insofern war diese Reise eine Fortsetzung der Exkursion an die Oder im Sommer 2018, jetzt allerdings nur im polnischen Teil.

Ausgehend vom Quartier in Oppeln/Opole wurden am 19. und 20. Juli Annaberg/Góra Świętej Anny, Ratibor/Racibórz, die Ruine des Eichendorff-Schlosses Lubowitz/Łubowice und die Stadt Brieg/Brzeg mit dem Fürstenschloss der Piasten besichtigt. Eine Stadtführung durch Oppeln/Opole und ein Gespräch mit Mitgliedern der deutschen Minderheit in Schlesien ergänzten das Programm.

Am 21. und 22. Juli machten wir Station in Breslau/Wrocław. Ein Abendvortrag von Dr. Sabine Graf führte die Gruppe in die Stadtgeschichte ein, dem sich am folgenden Tag eine ausführliche Stadtführung in offenen Kleinbussen, mit der Straßenbahn und einer Oderschifffahrt anschloss.

Nach der Abreise aus Breslau/Wrocław führte der Weg über die Friedenskirche in Schweidnitz/Świdnica, eine der wenigen evangelischen Kirchen in der katholischen Region, nach Kreisau/Krzyżowa und Muhrau/Morawa. Über den Kreisauer Kreis hatte es am Vorabend einen historischen Vortrag von Dr. Thomas Kück gegeben, der durch den Besuch der heutigen internationalen Begegnungsstätte Stiftung Kreisau vertieft wurde.

Auf Schloss Muhrau/Morawa gab es eine eindrückliche Begegnung mit der Nachfahrin der früheren Schlossbesitzer, Melitta Sallai, die 1992 auf das Schloss zurückgekehrt ist und inzwischen die polnische Staatsbürgerschaft angenommen hat.

Die letzten beiden Nächte wohnten wir in dem zum Hotel umgebauten Schloss Hohenliebenthal/Pałac w Lubiechowej im Riesengebirge. Von dort aus ging es zum Gerhart-Hauptmann-Museum „Haus Wiesenstein“ in Agnetendorf/Jagniątków, zu der von Friedrich Wilhelm IV. errichteten norwegischen Stabkirche Wang mit Blick auf die Schneekoppe/Śnieżka und einer Fahrt durch das Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogórska mit seinen zahlreichen Schlössern.

Der letzte Reisetag begann mit einer Besichtigung und Andacht in der evangelischen Erlöserkirche in Bad Warmbrunn/Cieplice Śląskie-Zdrój, bevor die Rückreise nach Hannover angetreten wurde, wo die Gruppe am Sonntagabend, 24. Juli, um 19 Uhr ankam.

Die gemeinschaftliche Stimmung unter den Teilnehmenden war hervorragend und die perfekte Fahrt mit dem polnischen Busfahrer sowie die ausgezeichnete Begleitung durch Izabela Liwacz von Senfkorn Reisen machten die Exkursion zu einem großartigen Erlebnis.

Die Erklärungen von Izabela Liwacz und die persönlichen Begegnungen, die sie ermöglichte, brachten uns die polnischen Woiwodschaften Niederschlesien/Dolnośląskie und Oppeln/Opole im ehemaligen Schlesien als eine ebenso historisch vielfältige wie moderne europäische Region entlang der Oder nahe.

gez. Thomas Kück